HINTERGRÜNDE

Das therapeutische Verfahren

Es gibt drei therapeutische Verfahren, die von der Krankenkasse anerkannt sind und von denen die Kosten übernommen werden:

  • Analytische Therapie (AP)
  • Verhaltenstherapie (VT)
  • Tiefenpsychologie (TP)

Die Analyse (AP) bildet die Grundlage der Psychotherapie. Aus ihr heraus sind alle anderen therapeutischen Verfahren entstanden. Jedoch haben sie sich im Verlauf der Jahrzehnte verändert und einen eigenen methodischen und theoretischen Hintergrund gebildet. Das Verfahren, in dem ich mich bewege, ist die Tiefenpsychologie, die noch sehr verwandt mit der Analyse ist. Der hauptsächliche Unterschied jedoch besteht darin, dass die TP  fokusorientiert arbeitet. Das bedeutet, wir setzen einen Schwerpunkt und ein Ziel für die Therapie. Es soll nicht darum gehen, die gesamte Persönlichkeit zu verändern. Die TP geht davon aus, dass es schon in der Kindheit zu einer Fehlverarbeitung und somit zu einem inneren Konflikt kommt. Um diesem inneren Konflikt zu entkommen, bilden wir Abwehrmechanismen. Ein sehr bekannter Abwehrmechanismus ist beispielsweise die Verdrängung. Hier schieben wir einfach uns unangenehme Themen zur Seite und vergessen sie scheinbar. Den inneren Konflikt aus unserer Kindheit nennen wir auch Grundkonflikt. In der späteren Entwicklung kann durch einen scheinbar nichtigen  Anlass dieser Konflikt wieder entfacht werden, den wir dann Aktualkonflikt nennen. Wenn die Abwehr es nicht mehr schafft, die früheren Emotionen  fern zu halten, bildet sich ein Symptom, das sich oft sehr unterschiedlich darstellt und sehr unangenehm ist. Nun dreht sich das Rad und man kommt alleine nur sehr schwer aus der Situation. Dies nennen wir dann auch neurotische Konfliktverarbeitung. Wenn das Symptom und der Leidensdruck zu stark werden, kommt der Moment wo ein Therapeut aufgesucht wird. Leider warten die meisten Menschen aus Scham zu lange und die Symptome müssen erst sehr stark werden, was den Behandlungsverlauf eher negativ beeinflusst, da sich die Form der Verarbeitung dauerhaft festsetzen kann. Also Mut zum 1. Schritt!

Hier ein kleines Beispiel wie sich ein innerer Konflikt darstellen kann:

Du musst die Schule wechseln und in eine neue Klasse gehen, in der du niemanden kennst. Deine Erfahrung in der Vergangenheit war vielleicht, dass du schon im Kindergarten ausgegrenzt worden bist. Nun entsteht erneut Angst in dir, abgelehnt zu werden. Du möchtest die Situation vermeiden. Dein Körper überlegt sich nun, wie er die scheinbar drohende Gefahr, die bei ihm in Form von Angst alle Signale auf Rot stellt, vermeiden kann und produziert Bauchweh. Nun hast du also solche Bauchschmerzen, dass du nicht in die neue Schule gehen kannst. Deine Bauchschmerzen werden nicht besser und deine Eltern machen sich Sorgen und lassen dich komplett untersuchen. Der Arzt findet aber gar nichts. Irgendwann musst du dich der Situation stellen und du bekommst noch mehr Symptome. Vielleicht schläfst du nicht mehr ein oder  bekommst Panikattacken. Vielleicht bist du nur noch traurig und bedrückt und ziehst dich zurück oder du bekommst Wutanfälle. All dies sind mögliche Folgen eines solchen inneren Konflikts, der sich auch noch ganz anders auswirken kann, wie du unter dem Reiter Jugendliche sehen kannst.